Setzte Grenzen und stehe für dich ein


Grenze vs. keine Grenze?
Sind Grenzen etwas natürliches?

Vorab gesagt: Es geht nicht darum von einem Extrem ins andere zu fallen.

Um in das Thema einzusteigen möchte ich zuerst etwas darüber philosophieren, was eine Grenze überhaupt ist. Nehmen wir beispielsweise Landesgrenzen: Diese sind theoretisch jederzeit änderbar. Das erleben wir auch von Zeit zu Zeit. Manche sind offensichtlich willkürlich festgelegt worden, wie zum Beispiel die schnurgeraden Grenzen, die die Sahara aufteilen. Es gibt aber auch Landesgrenzen, welche mit Flüssen einher gehen. Das ist schon eher eine natürliche Grenze. Oder das Land hört da auf, wo das Meer beginnt - eine noch deutlichere Grenze. Doch die Frage bleibt: Wo GENAU ist die Grenze? Der Fluss ist in Bewegung, die Meereswellen geben Land frei und überschwemmen es wieder mit Wasser.

Man könnte sagen: Eine natürliche Grenze ist ein Bereich. Ein Übergang, keine Linie.

Als nächstes möchte ich den Menschlichen Körper als Beispiel nehmen. Was ist die Grenze zum Außen? Die Haut? Wenn ja, warum ist es uns unangenehm, wenn uns jemand „zu nahe kommt“, obwohl wir gar nicht berührt werden? Oder ist die Grenze des Menschen sein Energiefeld? Und ist ein Energiefeld denn nicht auch immer in Bewegung?

Spannend ist auch die menschliche Wahrnehmung: Was kann ich an dem Punkt, an dem ich mich gerade befinde überhaupt wahrnehmen? Wie weit reicht mein Sichtfeld? Ist der Horizont eine Grenze? Was kann ich hören und riechen? Ist das, was außerhalb der Reichweite meiner Sinne liegt eine Grenze?

Was ist mit Geschmack? Und überhaupt das Essen, das sich in meinem Mund befindet und dann sogar weiter in mein Innerstes wandert? Ist es nun ein Teil von mir?

So könnte man noch viele Beispiele finden. Ich lade dich ein, für dich einmal nachzuspüren, was eine Grenze sein kann.


 

Welche Funktion hat eigentlich eine Grenze?

Eine Grenze ist immer eine Art Schutz. Bei einem Haus ist die Wand und das Dach die Grenze zum Außen, also der Schutz vor Wind und Wetter, sowie der Schutz der Privatsphäre.

Und dennoch gibt es Fenster und Türen im Haus: Die Brücken in die Außenwelt!

Auch beispielsweise die Erdatmosphäre ist eine Schutzgrenze. Ohne sie könnte kein Leben auf der Erde existieren. Eine Grenze, die das Leben überhaupt erst möglich macht!

Eine Grenze bedeutet auch immer eine Art von „Energie bei sich behalten“. Ein Gefäß kann nur befüllt werden, weil es die Begrenzung nach außen gibt.

Ein Heißluftballon kann nur fliegen, weil der Ballon eine Grenze ist! Der Ballon hält die Energie, in diesem Fall Hitze, zusammen

Auch für uns Menschen gilt: Hast du keine Grenze, dann verlierst du Energie! 


 
Aber was ist nun mit der Freiheit?

 

Grenzen verhindern doch die Freiheit, oder?

Wenn es eine Grenze gibt, ist irgendwo die Freiheit eingeschränkt, ja.

Es gibt zwei Aspekte von Freiheit im menschlichen Miteinander:

  • Deine eigene Freiheit
  • Die Freiheit von jemand anderem

Stell dir vor, jemand ist alleine auf der Welt. Es gäbe keine Grenze für diesen Menschen.
Aber sobald du dazu kommst, endet die Freiheit von ihm dort, wo deine Freiheit beginnt!

Existentiell ist die körperliche Unversehrtheit. Um dich selbst zu schützen, braucht es die Grenze, damit dich ein anderer nicht angreifen kann – sollte das passieren.

Dies gilt auch für „emotionale Angriffe“ und für Manipulationen jeglicher Art. Du musst (spätestens als erwachsener Mensch) eine Grenze für dich selbst setzten! Du hast das Recht auf körperliche, geistige, emotionale und „seelische“ Unversehrtheit!

Abgrenzung im Außen ist wichtig. Aber ein individueller Prozess, der oft auch Unterstützung braucht. Denn Grenzen setzen ist nicht immer leicht. Gerade wenn Übergriffe schon im Erfahrungsgedächtnis gespeichert sind. Die Angst vor Ablehnung spielt wohl die größte Rolle, wenn jemand es nicht schafft Grenzen zu setzen.

Ein Ansatz um die eigenen Grenzen ganz natürlich zu halten, ist der von innen nach außen:

Wenn ich ganz bei mir bin und bleibe, dann setzten sich meine Grenzen nach Außen in jedem Moment genau richtig! Eine Dynamik entsteht, die dir wirkliche Freiheit ermöglicht.

Finde deine eigene innere Ausrichtung, jenseits der Konditionierungen!

Falls du bisher keine Grenzen gesetzt hast, sind hierbei die wirklich entscheidenden Fragen:

👉 Warum hattest du keine Grenzen?
👉 Vielleicht wusstest du gar nicht wo deine Grenze ist?
👉 Vielleicht wusstest du gar nicht wer du bist und was du willst, da du immer nur Vorgaben von Außen erfüllt hast?
👉 Vielleicht hattest du nie die Idee davon, dass du Grenzen haben solltest?
👉 Vielleicht hast du auch einfach nie daran gedacht, dass Grenzen nichts starres sind?

Um eine Grenze für dich zu definieren, musst du wissen „wo du stehst“. Es beginnt also bei dir. Bei deinem Bewusstsein. Wenn du nicht weißt was du willst, kannst du auch nicht wirklich wissen, was du alles nicht willst. Wenn du nicht weißt wer du bist, kannst du nicht erkennen, wo du aufhörst du zu sein.

Wenn du nicht bei dir bist ,erkennst du es daran,
🔴 dass es eng wird
🔴 du instabil wirst
🔴 unsicher
🔴 dich nicht entscheiden kannst
🔴 nur aufgrund Vorgaben von anderer handelst

Wenn du bei dir bist,
🟢 fühlt es sich leicht an
🟢 frei
🟢 ungezwungen
🟢 mühelos
🟢 freudig
🟢 und du handelst aus deinen inneren Impulsen heraus.

Wenn du Sicherheit im Grenzen setzen erlangt hast, dann ist es auch wieder einfacher deine Grenzen zu öffnen: Für Menschen, die liebevoll mit dir umgehen. Für das Schöne im Leben. Den Genuss, die Fülle und die Freude.

Und wie gesagt, eine Grenze ist nichts starres. Sie kann sich jederzeit ändern. Aber du bestimmst dies. Stehe für dich ein!

Alles Liebe,
Alexander

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